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Dr. Claus Holscher

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Zauberhaftes Weihnachtssingen „Made in Augsburg“

Philharmonischer Chor präsentiert Greiner/Jochum und Karl Kraft

Unter den vielen Weihnachtskonzerten dieser Tage fällt eines aus dem üblichen Rahmen: die vokalen Werke sind „Augsburg pur“. Wolfgang Reß und sein Philharmonischer Chor besinnen sich am kommenden Sonntag in der Kirche St. Georg auf zwei bezaubernde Schätze fuggerstädtischer Advents-Musik: Das „Augsburger Weihnachtssingen“ stammt von den hiesigen Singschul-Pionieren Albert Greiner und Otto Jochum, die Ludwig-Thoma-Vertonung „Heilige Nacht“ von dem früheren Augsburger Dom-Organisten Karl Kraft. Gleichsam als Ouvertüre erklingt das „Pastorale“ von Francesco Manfredini.

Das „Weihnachtssingen“ erlangte seine endgültige Form im Lauf von fast zwei Jahrzehnten. Im Winter 1914 initiierte der Gründer und damalige Leiter der Augsburger Singschule, Albert Greiner, ein großes Krippenspiel. Die biblische Weihnachtsgeschichte wurde volksnah in Text, Bild und Musik dargestellt. Weitere Aufführungen gab es 1915 und 1920 - sie sollten der Bevölkerung in den schweren Kriegs- und Nachkriegszeiten als Trost und Ermutigung dienen.

Später wurde aus dem Krippenspiel ein konzertantes Weihnachtssingen ohne Szenerie. Der Komponist Otto Jochum, der Nachfolger Greiners, schrieb die chorischen und instrumentalen Arrangements. „Wie Jochum (...) eine Reihe bekannter Weihnachtslieder in eine Satzkunst voll bezaubernder Anmut kleidet, wie er sensitive Klangbilder schafft, ohne den schlichten Charakter der Volksweisen anzutasten, beweist einmal mehr, wie innig seine Beziehung zum Volkslied gewesen ist“, schreibt Tosso Troll in seiner Jochum-Biografie. Das „Augsburger Weihnachtssingen“ wurde ab 1931 in ganz Deutschland aufgeführt und erlangte durch viele Rundfunkübertragungen nationale Popularität. Die Tradition lebt fort: Wolfgang Reß, der Nachfolger von Greiner und Jochum, bringt sie immer wieder zum Klingen.

Die kongeniale Einstimmung auf das „Weihnachtssingen“ verdanken wir dem 1978 verstorbenen Augsburger Dom-Organisten Karl Kraft. Seine wundervoll unprätenziöse Vertonung der fünf Gesänge zur „Weihnachtslegende“ von Ludwig Thoma erinnert an Zither, Hackbrett und Schnee in den Bergen. „Die Heilige-Nacht-Verse vertont (...) Kraft mit der Innigkeit eines kindlichen Krippenbetrachters“, schreibt der Augsburger Komponist und Musikschriftsteller Franz R. Miller.

Das Konzert findet am Sonntag, 11. Dezember 2011 um 16:30 Uhr in der Augsburger Kirche St. Georg in der Georgenstraße statt. Neben dem Philharmonischen Chor Augsburg musizieren der Kinder- und Jugendchor „Augustana“ (Einstudierung Günther Sailer/Georg Egetemeir), das Orchester „Sinfonia Augustana“, Martina Hellmann (Orgel) und Angelika Bubmann (Harfe). Die Gesamtleitung hat Wolfgang Reß.

(07. Dezember 2011)

Riesen-Chance für Männer, deren Stimme zählt

Der Philharmonische Chor veranstaltet zum ersten Mal ein öffentliches Casting

 

Der Philharmonische Chor Augsburg ist im kommenden Jahr gefragt wie noch nie. Die Wiedereröffnung der Kongresshalle mit gleich drei (!) anspruchsvollen Konzert-Projekten im ersten Halbjahr und die Ballettproduktion „Carmina Burana“ auf der Freilichtbühne stellen Chor-Chef Wolfgang Reß und sein Ensemble vor ebenso spannende wie personalintensive Herausforderungen. Der mit Abstand älteste Konzertchor der Fuggerstadt hat sich deshalb zu einer ziemlich unkonventionellen Maßnahme entschlossen: ein öffentliches Casting. Angesprochen sind jüngere Tenöre und Bässe.

Falls der Begriff „Casting“ an Bohlen, DSDS und peinliche Situationen erinnern sollte: Dergleichen wird es natürlich nicht geben. Es handelt sich um eine höchst seriöse Veranstaltung, bei der die Bewerber in betont lockerer und offener Atmosphäre zeigen können, was sie sängerisch zu bieten haben. Absolut einmalig für den Philharmonischen Chor: Es gibt keinerlei musikalische Vorgaben. Jeder darf vortragen, was er am besten kann. Die Stilrichtung ist ebenfalls völlig frei, und das Musikstück muss auch nicht unbedingt etwas mit Chorgesang zu tun haben. Die Jury hört einfach ganz entspannt zu und lässt sich überraschen.

Es sind vor allem zwei Projekte, für die der Philharmonische Chor seine neuen Mitstreiter begeistern möchten. Beide Male stehen die Sängerinnen und Sänger mit den wunderbaren Augsburger Philharmonikern auf der Bühne, und auch die übrigen Umstände sind nicht unbedingt imageschädlich: „Vol. 2“ des Filmmusik-Konzerts in der Kongresshalle wird (wie schon der legendäre Blockbuster 2008) vom Bayerischen Rundfunk live aufgezeichnet. Und bei der sommerlichen Ballett-Produktion „Carmina Burana“ auf der Freilichtbühne hat das Theater Augsburg das Ensemble für den Chor-Part engagiert. Vielseitigkeit und professionelle Einbindung – zwei Markenzeichen, die den Philharmonischen Chor gerade für jüngere Sänger besonders attraktiv machen dürften.

(11. November 2011)

„Mozarts Dialog mit Gott“ in St. Anton

Der Philharmonische Chor präsentiert Mozarts „Requiem“ und Mendelssohns „42. Psalm“

220 Jahre nach dem Tod des Komponisten interpretiert der Philharmonische Chor Augsburg Wolfgang Amadeus Mozarts letztes Werk: sein berühmtes „Requiem“. Unter der Leitung von Wolfgang Reß werden der renommierte Konzertchor, das Philharmonische Orchester Augsburg sowie vier namhafte Solisten die überwältigende Totenmesse am 2. April in der Kirche St. Anton aufführen. Als weiteres Werk steht Felix Mendelssohn Bartholdys „42. Psalm“ auf dem Programm – sein nach eigener Auffassung „bestes geistliches Stück".

Noch vor Beginn des 60. Deutschen Mozartfests in Augsburg und damit sozusagen außer Konkurrenz stellt der Philharmonische Chor „Mozarts Dialog mit Gott“ (Ferenc Fricsay) in den Klangraum von St. Anton. Das berühmteste geistliche Werk des Komponisten entstand 1791. Es ist seitdem Gegenstand einer Fülle von Anekdoten und Mythen. Dabei geht es vor allem um den Grad der Ergänzung des unvollendeten Werks durch Mozarts Schüler Süßmayr und die kommerzielle Verwertung des Stücks durch die Witwe des Komponisten. Vieles ist bis heute im Dunkeln geblieben. Man tut Mozart und seinem „Requiem“ aber gewiss kein Unrecht, wenn man es als eine der erfolgreichsten Filmmusiken aller Zeiten bezeichnet: Vielen Menschen ist das gewaltige Werk erst durch Milos Formans geniale Verfilmung von Peter Shaffers Theaterstück „Amadeus“ tief in die Seele gedrungen.

Der Philharmonische Chor hat bei der Auswahl der Solisten wie üblich aus dem Vollen schöpfen können: Neben der jungen Sopranistin Katja Stuber vom Münchener Gärtnerplatztheater, die im kommenden Sommer in Bayreuth debütiert, wird die den Augsburger Opernfreunden bereits vertraute Mezzosopranistin Theresa Holzhauser zu hören sein. Die männlichen Partien sind bei Kammersänger Ulrich Reß (Tenor) und Christoph Stephinger (Bass) bestens aufgehoben, die beide zum Ensemble der Bayerischen Staatsoper in München gehören.

(25. März 2011)

Hier bricht „Mozarts Dialog mit Gott“ unvermittelt ab: Seine Niederschrift des „Lacrimosa“ endet nach dem achten Takt. Die etwas hilflos ergänzten beiden Takte in der oberen Zeile zeigen bereits eine fremde Handschrift.

„Die Kuppel mit Musik füllen.“

100 Jahre „Herz Jesu“: Philharmonischer Chor mit Gounods üppiger „Cäcilienmesse“

Hundert Jahre sind für eine Kirche gar nicht mal so viel, zumal in einer Stadt mit zweitausendjähriger Geschichte. Doch „Herz Jesu“ im Augsburger Stadtteil Pfersee hat allen Grund, das runde Jahrhundert mit einem Paukenschlag zu feiern: Seine grandiose Jugendstil-Architektur hat das Gotteshaus weit über die Grenzen Augsburgs hinaus berühmt gemacht – „Herz Jesu“ gilt als einer der schönsten Sakralbauten Süddeutschlands. Am 16. Mai gibt es dazu die passende Musik: Der Philharmonische Chor präsentiert die üppige „Cäcilienmesse“ von Charles Gounod.

Die berühmte „Messe solennelle en l’honneur de Sainte-Cécile“ zählt zu den bedeutendsten Kompositionen der französischen Kirchenmusik. Gounod rückt dieses Werk, eine seiner wenigen Orchester-Messen, in die Nähe zur Oper und zur sinfonischen Musik. Es setzt sich bewusst von der - Mitte des 19. Jahrhunderts vorherrschenden - Nüchternheit im kirchenmusikalischen Stil ab und zeichnet sich durch eine verschwenderische Üppigkeit bei der Besetzung aus. Nicht weniger als sechs (!) Harfen schreibt der Komponist beispielsweise vor, eine heutzutage fast unvorstellbare und vor allem unbezahlbare Forderung.

Dirigent Wolfgang Reß ist dennoch davon überzeugt, dass die Aufführung der atemberaubend großzügigen Architektur von „Herz Jesu“ gerecht wird: „Genau die richtige Musik für diesen hinreißenden Raum, in opulenter stimmlicher Besetzung. Unser Philharmonischer Chor hat die nötige Zahl von Sängern und die satte klangliche Präsenz, um ein überwältigendes Werk wie die ‚Cäcilienmesse‘ adäquat in die wunderschöne Jugendstilkuppel einzufügen.“ Für den ebenfalls auf dem Programm stehenden „Psalm 150“ von César Franck gilt Ähnliches.

Begleitet wird der Chor durch das Orchester Sinfonia Augustana sowie Martina Hellmann an der Orgel. Auch die Solisten entsprechen höchsten Standards: Ulrich Reß (Tenor) und Levente Molnár (Bariton) kommen von der Bayerischen Staatsoper, Sophia Brommer (Sopran) wird zurzeit am Augsburger Theater als Lucia di Lammermoor begeistert gefeiert.

Das Konzert findet Sonntag, 16. Mai 2010, um 19.30 Uhr in der Kirche „Herz Jesu“ in Augsburg-Pfersee statt.

(07. Mai 2010)

Philharmonischer Chor: Neuer Vorstand - Jürgen Thorwart wird Nachfolger von Jürgen Frantz

Vorstand Philharmonischer Chor

 


Die Mitgliederversammlung des Vereins Philharmonischer Chor Augsburg e. V. hat Jürgen Thorwart (links im Bild) zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Er ist Nachfolger von Jürgen Frantz, der dieses Amt nach 26 Jahren niederlegt.

Die Welt der Musik ist Jürgen Thorwart seit Jahrzehnten bestens vertraut. Bei Steinway in Hamburg lernte der 61-Jährige den Beruf des Musikalienhändlers, bevor er 1980 spezielle Aufgaben im Notenarchiv des Bayerischen Rundfunks übernahm. Durch seine engen Verbindungen zur professionellen Musikszene leistet er dem Philharmonischen Chor seit Jahren unschätzbare Dienste. Besonders spektakulär war sein Beitrag zum begeistert aufgenommenen Filmmusik-Konzert „Augsburg goes Hollywood“ im Jahr 2008 - Thorwart zauberte damals Notenmaterial hervor, an das ein normaler Sterblicher kaum jemals herangekommen wäre.

Jürgen Frantz hatte für das Amt des 1. Vorsitzenden nach mehr als einem Vierteljahrhundert nicht mehr kandidiert. In der Mitgliederversammlung wurden die herausragenden Verdienste des kulturbegeisterten Apothekers um den Chor mit ebenso anerkennenden wie warmherzigen Worten gewürdigt. Der enthusiastische Opernliebhaber hat es immer wieder fertig gebracht, Gesangstars als Solisten zu verpflichten, die man in der Fuggerstadt normalerweise nicht zu hören bekommt. Als Sänger bleibt er dem renommierten Ensemble natürlich treu, so dass das Publikum sein legendäres kleines Solo in Orffs „Carmina Burana“ auch in Zukunft nicht missen muss.

Die übrigen Veränderungen im Vorstand sind überschaubar: Susanne Reitz (2. Vorsitzende) und Manfred Frey (Schatzmeister) wurden mit großer Mehrheit wiedergewählt, Waltraud Schneider folgt Monika Stolz im Amt der Geschäftsführerin. Ein „Stabwechsel“ im musikalischen Sinn findet auch nicht statt: Musikschuldirektor Wolfgang Reß bleibt dem Philharmonischen Chor als bewährter Künstlerischer Leiter und Dirigent selbstverständlich erhalten.

(29. April 2010)

„Die Schöpfung“ mit Star-Solisten

Der Philharmonische Chor präsentiert Joseph Haydns Meisterwerk in „Herz Jesu“

Immer wieder bringt der Philharmonische Chor Augsburg das Kunststück fertig, Gesang-Solisten zu verpflichten, die man in der Fuggerstadt normalerweise nicht zu hören bekommt. Diese lange Tradition setzt der Chor am kommenden Samstag mit seiner Aufführung von Joseph Haydns „Schöpfung“ fort: Weltklasse-Bariton Michael Volle von der Bayerischen Staatsoper singt in der einzigartigen Jugendstil-Architektur von „Herz Jesu“ in Pfersee den Raphael und den Adam. Kongeniale Solo-Partner des neuen Shootingstars Volle sind keine Geringeren als Kammersänger Ulrich Reß (ebenfalls Bayerische Staatsoper) und die 2008 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnete Sopranistin Sophia Brommer vom Theater Augsburg. Last but not least: Es spielt das Philharmonische Orchester Augsburg, die Leitung hat Wolfgang Reß.

Jürgen Frantz, 1. Vorsitzender des Philharmonischen Chors, kann seinen Stolz über den gelungenen Coup kaum verbergen: „Michael Volle war buchstäblich ein Griff in die Vollen, einen solchen Star bekommt normalerweise nicht nach Augsburg.“ Augenzwinkernd räumt er allerdings ein, dass dabei der kurze Dienstweg des künstlerischen Chor-Chefs Wolfgang Reß über seinen Kammersänger-Bruder Ulrich an die Bayerische Staatsoper durchaus eine Rolle gespielt haben mag. Dennoch bleibt festzuhalten, dass der Philharmonische Chor Augsburg auch in der Vergangenheit Weltklasse-Sänger wie Fritz Wunderlich, Dietrich Fischer-Dieskau oder Diana Damrau für seine Konzerte verpflichten konnte.

Haydns „Schöpfung“ ist das zweite Eigenkonzert des Philharmonischen Chors in diesem Jahr. Nach dem begeistert aufgenommen Experiment mit den beiden zeitgenössischen britischen Komponisten Karl Jenkins und Paul McCartney im Frühjahr haben Wolfgang Reß und sein Team sich diesmal wieder der Wiener Klassik zugewandt. „Die Schöpfung“ ist ein gewaltiges, ein mitreißendes, in manchen Teilen auch bezaubernd anmutiges Werk. Anlässlich des 200. Todestags des großen Komponisten erklingt es am Samstag, 31. Oktober 2009, um 19 Uhr in der Pferseer Jugendstilkirche „Herz Jesu“.

(26. Oktober 2009)

Philharmonischer Chor: „Very British“

Paul McCartney und „Stabat Mater“ von Karl Jenkins in der Kongresshalle

Der Philharmonische Chor Augsburg ist immer wieder für eine Überraschung gut: Nach dem begeistert aufgenommenen Filmmusik-Konzert von 2008 präsentiert das traditionsreiche Ensemble dieses Jahr zwei Giganten der zeitgenössischen britischen Musik – Paul McCartney und Karl Jenkins. Hauptprogrammpunkt des Konzerts in der Kongresshalle am 29. März ist Jenkins‘ neuestes Werk „Stabat Mater“.

Der Waliser Jenkins, einem breiten Publikum eher bekannt als Jazzmusiker oder durch seine weltberühmten Ohrwürmer für Delta Airlines und die Diamantenwerbung, hat sich nach seinem begeistert aufgenommenen „Requiem“ dem mittelalterlichen Gedicht „Stabat Mater“ zugewandt. Diese Marienklage haben bereits Dutzende bedeutender Komponisten vertont - unter ihnen Vivaldi, Pergolesi, Haydn, Rossini und Dvořák.

Karl Jenkins nutzt sie als Grundlage eines gewaltigen Werks, das die Klage der Muttergottes am Kreuz einfühlsam verallgemeinert – der Komponist widmet es allen trauernden Müttern. Dabei setzt er zusätzliche Texte in einer Vielzahl von Sprachen (Aramäisch, Hebräisch, Altgriechisch, Latein, Arabisch, Englisch) sowie ethnische Vokal- und Instrumental-Elemente ein.

Karl Jenkins ist mit „Stabat Mater“ eine mitreißende Musik gelungen, die seit ihrer Uraufführung im Jahr 2008 schlagartig ins Repertoire bedeutender Chöre in aller Welt aufgenommen wurde. Bei der Augsburger Erstaufführung (29. März 2009, 19 Uhr, Kongresshalle) werden neben dem Philharmonischen Chor das Philharmonische Orchester Augsburg sowie die Solistinnen Kerstin Descher (Mezzosopran) und Arzu Gök (Ethno Voice) zu hören sein. Die Leitung hat Wolfgang Reß.

(18. März 2009)